Wissenswertes

Der Bocksdorn, wie die Goji-Beere auch genannt wird, blickt auf eine lange kulinarische Tradition in China zurück.

Superfoods

Wie gesund sind Chia-Samen, Goji-Beeren und Co. wirklich?

Zum Bäumeausreißen braucht man Misteln, wie jeder Comic-Leser weiß. Außerdem Steinöl, den Saft roter Rüben, Hummer, halbwegs frischen Fisch und einen Druiden, der alles zusammenrührt. Der Erfolg ist durchschlagend: Im gallischen Dorf von Asterix und Obelix entsteht so jener berühmte Zaubertrank, der ihm übermenschliche Kräfte verleiht.
Wer die Ernährungswelt von heute betrachtet, könnte meinen, es gäbe solche Wundersnacks wirklich. Superfoods heißen die ausgefallenen Beeren, Samen und Körner, die aktuell in aller Munde sind. Schön und fit sollen sie machen, jung und natürlich schlank. Aber stimmt das auch? metabolicSlim meldet Zweifel an.

Verkaufsargument Exotik
Je ferner und mythischer die Herkunft der Alleskönner, desto größer scheint ihre Wirkung zu sein. Dabei halten viele Alltagslebensmittel locker mit. Ein Beispiel liefert die Goji-Beere aus China, die als Vitamin-C-Bombe das Immunsystem stärken soll. Allein: Der mit 4,5 Milligramm pro 30 Gramm Beeren angegebene Vitamin-C-Gehalt wird von der Orange 16-fach übertroffen! Wer hier vor allem Marketingstrategien am Werk sieht, hat wohl recht: „Gemeiner Bocksdorn“ heißt die Wunderbeere auf Deutsch – nicht gerade der coolste Name für einen Hype.

Als so genannte „Superfoods“ sind die
mittelamerikanischen Chia-Samen heute in aller
Munde. Doch was ist wirklich dran an dem Gerücht?

Oder die Acai-Beere. Seit US-Talkmasterin Oprah Winfrey die purpurroten Früchte aus Südamerika als Schlankmacher lobte, löffeln sie alle Models. Aufgrund ihrer Inhaltsstoffe sollen sie den Stoffwechsel ankurbeln und Pfunde purzeln lassen. Aber dafür fehlt jeder wissenschaftliche Beweis. Und was ist mit ihrem dunklen Pflanzenfarbstoff Anthocyanen, der vor freien Radikalen schützt? Na ja. Heidelbeeren, Holunder, rote Trauben oder schwarze Johannisbeeren besitzen ihn auch. Wozu kommt: Laut Verbraucherzentrale NRW sind die oft beschworenen antioxidativen Eigenschaften der Superfoods vielfach reine Laborwerte und finden so im menschlichen Körper nicht statt.

Ähnlich geht es weiter: Milch hat mehr Kalzium als Moringapulver, Spinat mehr Eisen. Und Leinsamen kommen auf die gleiche Menge Magnesium wie die angesagten Chia-Samen – kosten dabei aber weniger als ein Fünftel davon. Auch wer meint, die mexikanische Ölsaat besitze zehnmal mehr Omega-3-Fettsäuren als Lachs, liegt daneben. Das stimmt nur für 100 Gramm. Umgerechnet auf übliche Portionen liefert Lachs mehr der so gesunden, für den Stoffwechsel bedeutsamen Fettsäuren. Allerdings: Die hohe Quellfähigkeit der Chia-Samen sorgt für eine regelmäßige Verdauung und ein längeres Sättigungsgefühl.
Ein ähnlicher Effekt ist für eine andere Ernährungsmode verantwortlich: Shirataki-Nudeln aus der Koniakwurzel enthalten den Ballaststoff Glucomannan, der mit Flüssigkeit aufquillt und zunächst sättigt. Die Diätindustrie verkauft ihn darum längst in Kapselform. In den weitgehend kalorienfreien Shirataki-Nudeln wiederum ist das Glucomannan bereits aufgequollen und landet ebenso unverdaut im Dickdarm. Kann die Knolle also zum Wunschgewicht verhelfen? Kaum. Denn ohne Nährstoffe verschwindet der Hunger nur kurz. „Das ist, als würden Sie ständig Watte essen“, urteilt metabolicSlim-Chef Christoph Sieberz. „Wer schlank sein will, muss dagegen seine Ernährung optimieren und zu sich nehmen, was den Stoffwechsel aktiv in Gang bringt. Wie das funktioniert, erfahren unsere Teilnehmer mit so viel Spaß, dass ihnen eine schlanke Ernährungsweise in Fleisch und Blut übergeht.“

Das können die regionalen Produkte
Wahrhaft super sind für metabolicSlim also Lebensmittel, die das metabolische System in Fahrt bringen – in der richtigen Komposition, in der richtigen Menge und zur richtigen Zeit. Proteinreiche Speisen kommen dabei in Betracht und Gemüsesorten, die durchaus im Trend liegen können. Beispielsweise der heimische Mangold. Er verfügt über viel Pro-Vitamin A, Vitamin C, die Vitamine V1, B2 und K, über Mineralien wie Kalzium, Kalium, Magnesium, Eisen, Phosphor und Folsäure sowie über eine Menge sekundäre Pflanzenstoffe.